Enthält dein Eternitdach Asbest? So prüfst du es sicher

Enthält dein Eternitdach Asbest? So prüfst du es sicher

Eternitdächer sind in Deutschland weit verbreitet – vor allem auf Häusern, die zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren gebaut wurden. Sie gelten als langlebig und pflegeleicht, können aber ein ernstes Risiko bergen: Asbest. Das Material wurde früher häufig in Faserzementplatten verwendet, ist heute jedoch verboten, weil die feinen Fasern beim Einatmen schwere Krankheiten verursachen können. Hier erfährst du, wie du herausfindest, ob dein Dach Asbest enthält – und wie du dabei sicher vorgehst.
Was ist Asbest – und warum ist es gefährlich?
Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das wegen seiner Hitzebeständigkeit und Festigkeit jahrzehntelang in der Bauindustrie eingesetzt wurde. Die winzigen Fasern sind jedoch gesundheitsschädlich, wenn sie in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Sie können zu schweren Erkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs oder Mesotheliom führen.
Solange asbesthaltige Materialien unbeschädigt sind, besteht in der Regel keine Gefahr. Erst wenn sie brechen, gesägt oder gebohrt werden, können Fasern freigesetzt werden. Deshalb ist Vorsicht geboten, wenn du dein Dach überprüfen möchtest.
Wann besteht Asbestgefahr bei einem Eternitdach?
In Deutschland gilt folgende Faustregel:
- Eternitplatten, die vor 1990 hergestellt wurden, enthalten fast immer Asbest.
- Zwischen 1990 und 1993 kann Asbest noch vereinzelt vorkommen, je nach Hersteller und Lagerbeständen.
- Ab 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland vollständig verboten.
Wenn du das Baujahr deines Daches nicht kennst, kannst du in den Bauunterlagen, beim Bauamt oder in der Bauakte deines Hauses nachsehen. Auch auf der Rückseite einzelner Platten kann sich eine Herstellerkennzeichnung befinden, die Aufschluss über das Produktionsjahr gibt.
So prüfst du dein Dach – ohne Risiko
Das Wichtigste: Vermeide jede Beschädigung der Platten. Bohren, Schleifen oder Sägen kann gefährliche Fasern freisetzen. Eine sichere Überprüfung erfolgt ausschließlich durch Sichtkontrolle oder durch Fachleute.
Hier eine sichere Vorgehensweise:
- Begutachte das Dach nur von unten oder vom Boden aus. Verwende ein Fernglas oder die Zoomfunktion deiner Kamera, anstatt auf das Dach zu steigen.
- Suche nach Herstellerangaben oder Stempeln. Auf manchen Platten ist eine Kennzeichnung zu finden, die Rückschlüsse auf das Produktionsjahr zulässt.
- Vergleiche mit bekannten Mustern. Auf den Webseiten des Umweltbundesamts oder der Hersteller findest du Fotos von asbesthaltigen und asbestfreien Faserzementplatten.
- Lass im Zweifel eine Probe professionell entnehmen. Nur ein zugelassener Fachbetrieb darf eine Materialprobe unter Sicherheitsvorkehrungen entnehmen und im Labor analysieren lassen.
Die Laboranalyse kostet meist zwischen 50 und 150 Euro – ist aber die einzige verlässliche Methode, um Gewissheit zu bekommen.
Was tun, wenn dein Dach Asbest enthält?
Wenn dein Dach Asbest enthält, besteht kein Grund zur Panik. Solange die Platten unbeschädigt sind, kannst du sie in der Regel weiter nutzen. Wichtig ist, dass du sie nicht selbst bearbeitest oder reinigst.
Sollte das Dach jedoch beschädigt, undicht oder sanierungsbedürftig sein, muss die Arbeit von einem zugelassenen Fachbetrieb für Asbestsanierung durchgeführt werden. Diese Betriebe verfügen über die notwendige Schutzausrüstung und wissen, wie das Material sicher abgebaut, verpackt und entsorgt wird.
Als Privatperson darfst du asbesthaltige Dachplatten nicht selbst entfernen oder entsorgen – das ist gesetzlich verboten und gefährlich.
Pflege und Wartung eines asbesthaltigen Dachs
Wenn dein Dach Asbest enthält, solltest du es besonders schonend behandeln:
- Keine Hochdruckreiniger verwenden. Der starke Wasserstrahl kann die Oberfläche beschädigen und Fasern freisetzen.
- Nur sanft reinigen. Verwende weiche Bürsten und wenig Wasser – oder beauftrage einen Fachbetrieb mit Erfahrung im Umgang mit Asbestdächern.
- Regelmäßig kontrollieren. Achte auf Risse, Abplatzungen oder Moosbewuchs. Bei sichtbaren Schäden sollte ein Experte hinzugezogen werden.
- Langfristig planen. Auch wenn das Dach noch intakt ist, lohnt es sich, eine asbestfreie Neueindeckung in den nächsten Jahren einzuplanen.
Wenn das Dach erneuert werden muss
Bei einer Dachsanierung mit Asbest ist die richtige Vorgehensweise entscheidend:
- Beauftrage einen zertifizierten Fachbetrieb. Nur dieser darf asbesthaltige Materialien abbauen und entsorgen.
- Lass dir die Entsorgung dokumentieren. Du solltest eine Bescheinigung erhalten, dass das Asbest fachgerecht an eine zugelassene Deponie abgegeben wurde.
- Wähle sichere Alternativen. Moderne Faserzementplatten ohne Asbest sehen den alten Eternitplatten ähnlich, sind aber gesundheitlich unbedenklich und langlebiger.
Sicherheit und Gesundheit gehen vor
Asbest ist ein ernstes Thema – doch mit dem richtigen Wissen und der nötigen Vorsicht kannst du sicher damit umgehen. Wichtig ist, keine Staubentwicklung zu riskieren und alle Arbeiten Fachleuten zu überlassen. So schützt du dich, deine Familie und die Umwelt.













